Rote und weiße Muskelfasern – Was ist der Unterschied?

Wir brauchen unsere Muskulatur tagtäglich. Erst sie ermöglicht es uns Bewegungen auszuführen. Allerdings ist Muskel nicht gleich Muskel. In unserem Körper gibt es zwei Typen von verschiedenen Muskelfasern. Die einen sind weiß, die anderen sind rot und sie sind für jeweils unterschiedliche Zwecke vorhanden.

Weiße Muskelfasern / Fast-Twitch

Wir brauchen die weißen Muskelfasern, welche auch Fast-Twitch-Fasern genannt werden, um explosive und starke Bewegungen im anaeroben Bereich auszuführen. Das sind zum Beispiel Sprünge und Sprints. Der Querschnitt der weißen Fasern ist dick und kann dadurch bei Kontraktion größere Kräfte erzeugen. FT-Muskelfasern werden vom Gehirn über die Nerven extrem schnell angesprochen. Sie verbrauchen bei Beanspruchung sehr viel Energie und arbeiten im anaeroben Bereich ohne die externe Zufuhr von Sauerstoff. Bei Krafttraining werden hauptsächlich weiße Muskelfasern rekrutiert, weshalb beim Kraftsport mit Gewichten mehr Kalorien verbrannt werden als beim Laufen über größere Distanz bei gleicher Dauer der Trainingseinheit. Weiße Muskelfasern ermüden dafür aber sehr schnell, weshalb sie nur ungefähr eine Minute lang angesprochen werden können. Ihre Energie kommt unabhängig von Sauerstoff aus dem ATP der Zellen und wird durch Glykolyse freigesetzt.

Rote Muskelfasern / Slow-Twitch

Im Gegensatz dazu gibt es als Gegenstück die roten Muskelfasern, die auch Slow-Twitch-Fasern genannt werden. Sie kontrahieren, wie der Name es sagt, nur langsam und entfalten nicht so viel Kraft, ermüden dafür aber auch nicht rapide. Die roten Muskelfasern werden vor allem bei Ausdauersportbelastung angesprochen.
Muskelfasern
ST-Fasern werden wegen ihres Myoglobin-Gehaltsals rote Muskelfasern bezeichnet. Das Myoglobin ist ein Protein, dass für den Transport von Sauerstoff in den Zellen zuständig ist. Wegen seines Eisenanteils hat es eine rote Färbung. Je mehr Myoglobin in einer Zelle vorhanden ist, desto dunkler und intensiver gefärbt wirkt sie. Rote Muskelfasern haben einen dünneren Querschnitt als weiße Fasern. Daher sehen beispielsweise Langstreckenläufer von der Statur anders aus als Gewichtheber. Rote Fasern werden im Vergleich zu weißen Fasern vom Gehirn über die Nerven langsamer angesprochen. Gleichzeitig verbrauchen sie auch weniger Energie und beziehen diese durch die externe Zufuhr von Sauerstoff. Es handelt sich also um einer aerobe Energiefreisetzung.

Die meisten Menschen haben ungefähr eine gleiche Verteilung von Fast-Twitch-Fasern und Slow-Twitch-Fasern. Durch gezieltes Training in Richtung Ausdauer- oder Kraftraining können sich die Anteile verschieben.